In der italienischen Politik gehört Kungelei in Hinterzimmern dazu wie das Amen in der Kirche. Man könnte es auch Geheimdiplomatie nennen, aber dieser Begriff wird in Südtirol seit 1915 nicht so gerne gehört, was die SVP mit Kulturminister Bondi in Rom ausgehandelt hat (andere wiederum sprechen von Erpressung, weil dieser Handel mit der Zusage der Enthaltung bei der Vertrauensabstimmung im Parlament einherging). Wichtig ist jedoch das Ergebnis: Den faschistischen Relikten in Südtirol wird die Schärfe genommen. Mussolini wird aus dem Relief am Finanzamt in Bozen entfernt und die meisten anderen faschistischen Denkmäler bekommen deutlich sichtbare Hinweistafel. Keine Ideallösung, aber ein großer Schritt. Es ist schade, dass in Italien erst ein Kultusminster unter Druck geraten muss, dass er im 21. Jahrhundert endlich eine faschistische Diktatur endlich auch als solche anerkennt.
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von burggrafenamt gepostet


